Aus den Tiefen des NaNoWriMo

Bergfest beim NaNoWriMo!

Okay, für mich nicht, mein Stand ist derzeit 45000 (und der Tag ist noch nicht rum!), ich denke, ich werde wohl morgen oder übermorgen über die Ziellinie schießen (und weiterschreiben, bis die Erstfassung fertig ist).

Warum lief das dieses Jahr so erstaunlich gut? Ich hab mich das natürlich auch gefragt und für mich ein paar Erkenntnisse gewonnen, die mich teilweise selbst überrascht haben und die ich Euch deshalb nicht vorenthalten wollte. Vielleicht ist ja für Euch was Nützliches dabei.

1. Planung + Gelegenheit = Erfolg. Eigentlich soll man ja drauf losschreiben und vorher nix machen, aber gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Ich hatte schon seit einiger Zeit eine Idee und habe im Juli/ August angefangen, mir ein Gerüst zu bauen. Da ich selbst alles andere als ein Plotter bin, hab ich mich – Annika Bühnemanns 30-Tage-Kurs sei Dank – an einer Art Gerüst langgehangelt. Das hab ich, bevor es losging, von meiner allerliebsten Lieblingstestleserin begucken lassen, um zu wissen, ob es trägt. Es trägt. Und es trägt nach wie vor, auch wenn sich zwischendrin das eine oder andere noch verändert hat. Aber ohne diese Grundstruktur hätte ich es niemals geschafft, pro Tag 3000 Wörter in die Tasten zu kloppen – neben Beruf und Familie, wohlgemerkt.

2. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Sagt jemand, der eine absolute Nachteule ist, normalerweise bin ich vormittags nicht besonders fit. War beim NaNo jetzt anders, vielleicht auch durch den Rausch, den mir mein doch recht erfolgreiches Umsetzen meines Gerüstes verschafft hat. Im Moment bekomme ich jedenfalls morgens ziemlich viel hin.

3. Quickies, Quickies, Quickies! Es gibt auf der NaNo-Seite ein ziemlich cooles Tool unter „My NaNoWriMo / My Word Sprints“. Dort kann man eine Minutenzahl eingeben und schreibt dann gegen die Uhr. Am Ende kommt ein Alarm (bei mir ist es eine miauende Katze und eine Stimme, die sagt „Time’s up“), und dann kann man direkt seine neue Wortzahl eintragen. Es geht um nichts, nur darum, mehr zu schreiben. Hat perfekt geklappt.

4. Auch ein Schreibtag von 3000 Wörtern beginnt mit einem kleinen Paket. Ich hatte beim Schreiben nie die 3000 vor Augen, sondern meistens die nächsten 500, oft auch nur 250 oder 200. Kleine Pakete läppern sich! Deshalb war es auch kein Problem, über den Tag verteilt Zeit zu finden. Hier mal ein Häppchen, da mal ein Häppchen, das klappt bei mir viel besser als immer alles auf einmal runterzuschreiben.

5. The first draft of anything is crap. Aber der NaNo mit seinen Regeln zwingt dich dazu, erstmal alles runterzuschreiben und erst dann zu überarbeiten. Das heißt: Du verzettelst dich nicht schon beim Schreiben in der Überarbeitung, sondern am Ende des Monats HAST du eine Erstversion. Und auch eine schlechte Erstversion ist eine Erstversion, die man überarbeiten kann. Mit der kann man mehr anfangen als mit einer halb überarbeiteten, halb noch gar nicht geschriebenen Erstversion.

6. Practice makes perfect. Mein Tipptempo hat deutlich angezogen.

7. This time I mean it. Zum ersten Mal habe ich den Nano mit einer Geschichte bestritten, die ich dann später auch tatsächlich als Natalie Minnburg rausbringen möchte (ob ich das auch tu, steht noch in den Sternen). Das heißt, die wird dann auch lektoriert, korrigiert, Pipapo. Also kein Spökes. Ein Experiment wars trotzdem, siehe Punkt 1. Aber diesmal wars ernst. Auch schön.

8. Gimme dope, Joanna – ohne Koffeinchen ging nix. Und ich mein: NIX. Aber wem erzähl ich das.

Allen, die mitschreiben, für die zweite Hälfte gutes Durchhalten! Ihr packt das! Ihr seid jetzt schon alle Gewinner allein durchs Mitschreiben!