Wie man einen Buchtitel sucht

Eine der besten und beglückendsten Sachen auf dem Weg zum Buch war die Zusammenarbeit mit meiner Titelsuchgruppe auf Facebook.

Mit dem Titel ist das ja so eine Sache. Das ist ähnlich wie mit dem Klappentext: Da muss alles passen. Der Titel ist – neben dem Cover – das erste, was die Leute sehen. Das heißt: Der muss sitzen! Der muss zum Buch passen und zum Genre, er muss Aufmerksamkeit erzeugen und, nicht zu unterschätzen, er darf nicht schon von jemand anderem verwendet worden sein.

Ich bin mit meinen eigenen Versuchen grandios gescheitert. Man ist selbst auch zu nah dran, und wenn man noch gar keine Erfahrung mit diesen Dingen hat, greift man zwangsläufig daneben. Ich (natürlich) auch.

Als ich mit dem Problem dann nach draußen gegangen bin, kamen direkt mehrere Hilfsangebote. Da kam mir dann die Idee, diese Angebote zu bündeln und das ganze in einer Gruppe von passender Größe zu diskutieren.

Dafür habe ich in einer Schreibgruppe und auf meinem Profil einen Hilferuf gestartet und viele tolle Menschen gefunden, die mich unterstützen wollten. Letztendlich war es eine bunte Mischung von 11 Leuten, die alle eins gemeinsam hatten: Sie hatten irgendwie mit Schreiben zu tun. Autoren in unterschiedlichen Erfahrungsstadien, zwei, die in einem Verlag arbeiten, und eine Coach (wie ist noch gleich die weibliche Form von Coach?), die mit ihrem Mann zusammen auch schon ein Buch veröffentlicht hat. Manche davon kannte ich im Vorfeld gar nicht, aber bevor ich sie zur Gruppe eingeladen habe, haben wir uns geschrieben, damit ich ein Bild davon hatte, ob wir zusammenarbeiten können. Dazu kamen (inkognito) meine Lektorin und ich. Männlein-Weiblein-Quote war 2:11. Fand ich auch nicht unwichtig, da auch mal die Sicht des anderen Geschlechts zu hören, Zielgruppe hin oder her. Die Größe der Gruppe war meiner Meinung nach perfekt – nicht zu klein, damit man auch mehrere Meinungen gegeneinander abwägen kann, aber auch nicht so groß, dass man nicht mehr vernünftig arbeiten kann.

Als Belohnung hab ich ein E-Book meines Buches ausgelobt.

Wir sind dann so vorgegangen, dass ich ihnen erstmal ein nacktes Cover ohne Titel in die Gruppe gestellt habe und die anderen mir sagen sollten, was sie spontan damit verbinden. Dabei hat sich rausgestellt, dass das Cover schon die richtige Spur weist. Die Ideen waren nicht allzu weit weg von dem, was im Buch passiert. Jetzt musste nur noch ein passender Titel her. Wir haben wild gebrainstormt, am Ende waren es über 100 Vorschläge, aus denen ich die zwölf passendsten und besten rausgesucht habe. Dabei hat sich gezeigt, wie gut es war, mehrere Leute ins Boot zu holen, mein Favorit ist nämlich bei den anderen glatt durchgefallen. Aber ein anderer Titel, der allen gefallen hat, schob sich ziemlich weit nach vorn, so dass ich den schlussendlich genommen habe.

Die ganze Zusammenarbeit war so großartig und so fruchtbar, dass ich meine Helfer gleich alle dabehalten habe und mit ihnen zusammen und mit Verstärkung durch meine vier Testleserinnen direkt auch noch den Klappentext geklöppelt habe.

Zum krönenden Abschluss haben wir in den letzten drei Tagen noch eine Lösung für ein gravierendes Problem mit der Schrift des Titels gefunden, das mir vorher leider nicht aufgefallen bzw. nicht bewusst war. Und da auch meine Grafikerin superschnell reagiert hat, ist das Cover nun so, wie es sein soll.

Ich bin allen meinen Titelhelfern unglaublich dankbar und kann nach diesen Erfahrungen so eine Gruppenarbeit nur wärmstens empfehlen. Man braucht natürlich die richtigen Leute, aber wenn Ihr nur ein halb so glückliches Händchen habt, wie ich es hatte, muss Euch um Titel und Klappentext nicht bange sein!